Cybersicherheit
IT-Sicherheit in der Arztpraxis: Eine umsetzbare Checkliste
Patientendaten, Ordinationssoftware und Medizingeräte mit wenigen klaren Kontrollen verlässlich schützen.

Kurz gesagt
- Patientendaten sind sensibel, aber Verfügbarkeit ist im Praxisalltag ebenso wichtig.
- Ordinationssoftware, E-Mail, Fernwartung und Medizingeräte brauchen getrennte Verantwortlichkeiten.
- MFA, kurze Updatefristen und ein getesteter Papier-Notbetrieb bringen mehr als eine lange Richtlinie.
Eine Arztpraxis hat kein klassisches Büro: Ordinationssoftware, Befundablage, Terminbuchung, Medizingeräte und die Anbindung an wichtige Dienste laufen parallel, und ein Ausfall stoppt den Betrieb ab der ersten Patientin. Sicherheit heißt hier vor allem eines: Der Betrieb bleibt laufen, und die Daten bleiben das, was sie sind, nämlich besonders sensibel.
Die kritischen Systeme zuerst
Ordinationssoftware, Befundaustausch, Terminbuchung, E-Mail, Netzwerk, Backup und die angebundenen Medizingeräte brauchen je eine verantwortliche Person und eine Ausfallstrategie. Fernwartung der Gerätehersteller ist ein eigener Punkt: nur bei Bedarf aktiv, mit MFA und Protokoll.
Medizingeräte sind Computer. Sie bekommen Updates, hängen nicht am Gästenetz und stehen auf der Inventarliste, auch wenn der Hersteller das anders sieht.
Identitäten und Arbeitsplätze
MFA für Cloud-Ordinationssoftware, Mail und Fernwartung. Separate Administratorkonten, automatische Bildschirmsperre im Behandlungsraum und keine gemeinsamen Konten, auch wenn der Handwechsel am Tag 40 Mal passiert.
Ein Papier-Notbetrieb liegt in der Schublade und nicht im Schrank: Termine, Rezepte, Befunde und die wichtigsten Kontakte, einmal ausgedruckt und geprüft.
Wenn etwas ausfällt
Ein Restore-Test der Ordinationssoftware mit realistischem Zeitbedarf ist der einzige Sicherheitstest, der zählt. Alles andere ist Hoffnung mit Hängeordner.
Konkrete nächste Schritte
- Systemliste mit Verantwortlichen und Ausfallzeit erstellen.
- MFA für Cloud-Dienste und Fernwartung erzwingen.
- Medizingeräte inventarisieren und Updatekontakt klären.
- Papier-Notbetrieb ausdrucken und einmal üben.
- Einen Restore der Ordinationssoftware testen.
vetosec richtet Praxisnetze, Backups und Notfallabläufe ein, ohne den Praxisbetrieb zu bremsen. Medizinische und rechtliche Pflichten bleiben bei Ärztekammer und Rechtsberatung.